Tusche
Den Arbeiten mit Tusche ging die Fragestellung nach der Entwicklung eines eigenen Farbauftrages voraus.
„Kalligrafie ohne Pinsel“ führten nun zu verschiedenen Experimenten mit Tusche und Papier und Leinwand.
Die entscheidende Entdeckung war schließlich „nicht die Tusche auf den Träger aufzubringen, sondern den Träger in die Tusche zu tauchen“.
wabi sabi
- Papiere aus Daphne- und Reisfaser falte ich zu einem kleinen Papierheft zusammen.
- Dann tauche ich die Kanten des gefalteten Papierhefts in schwarze Tusche.
- Ist die Tusche durch alle Lagen gesogen, öffne ich vorsichtig den Papierbogen.
- Je nach Faltung hat die Tusche ein Muster aus sich wiederholenden Linien gebildet.
- Anschließend collagiere ich die Tuschepapiere auf Leinwand.
- Die Struktur der Tuschespuren schichte ich übereinander, teils trenne ich sie und ordne sie neu.
Tuscheblätter
Ist die richtige Konzentration der Tusche für das jeweilige Papier ermittelt, wird der Papierbogen gefaltet und dann der nun verkleinerte Papierbogen in ein Becken mit angeriebener Tusche getunkt.
Das Papier saugt die Tusche auf. Je nachdem wie lange und tief das getaucht wird entsteht eine unterschiedliche Tuschestruktur, die durch das vorsichtige Öffnen des Papierheftes sichtbar wird.
Nach dem Trocknen collagiere ich die Papierbögen auf Leinwand, so wird die Faltung „unsichtbar“.
Schichte ich Papierbögen mit Tuschemuster übereinander entsteht eine „räumliche Struktur“ da die Papiere durchscheinend sind.
sumitsubo
Tägliches Ausführen «pinselfreier» Kalligraphien haben geholfen einen grossen Fundus an Techniken des Tuscheübertragens zu entwickeln. Diese werden fortlaufend weiter überprüft.
Eine weitere Technik Tusche auf Papier aufzutragen ist mithilfe des sumitsubo, einer Schlagschnurspule mit Tuschebecken. Ein altes japanisches Schreinermasswerkzeug.
Die Schlagschnur wird durch das Tuschebecken geführt und diese mittels Spannung gehalten und dann über dem Papier losgelassen, beim Auftritt auf das Papier wird die Tusche „abgeschlagen“.
Da mich das Hinterfragen und Durchbrechen von Verarbeitungskonzepten interessiert, ist es natürlich logisch meine eigenen ebenso infrage zustellen. Immer wieder experimentiere ich mit dem Pinsel, ohne die entsprechende Bewegung auszuführen, denn Kalligrafie steht für „der Weg der Schrift“. In diesem Sinne mache
ich keinen Weg, ich halte den Pinsel still, ohne Bewegung lege ich ihn ab und lasse die Tusche auf dem Papier.